Strahlgut: schwer, abrasiv, großvolumig
Beim Strahlen werden Oberflächen durch den gezielten Aufprall von Strahlmitteln gereinigt oder bearbeitet. Je nach Anwendung kommen Stahlkugeln, Korund oder andere Materialien zum Einsatz – Werkstoffe, die ein gewisses Gewicht haben müssen, um Wirkung zu entfalten. Beim Aufprall auf das Bauteil zertrümmert ein Teil des Strahlmittels. Was bleibt, ist ein Gemisch aus gebrochenen Strahlmittelresten und abgetragenen Ablagerungen – schwer, abrasiv und in industriellen Anwendungen in erheblichen Mengen anfallend.
In Kabinenanlagen wird dieses Material meist automatisch zurückgeführt. Wer jedoch großformatige Bauteile bearbeitet, die nicht in eine Kabine passen, steht vor einer anderen Situation: Das Material lagert sich auf dem Hallenboden ab und muss von dort entfernt werden.
Eine Halle als Arbeitsraum – und was das für die Absaugtechnik bedeutet
Ein Unternehmen, das Bauteile der Schifffahrtsindustrie aufarbeitet, betreibt eine Strahlanlage, die mit Stahlkugeln arbeitet. Die zu bearbeitenden Bauteile sind zu groß für eine Kabine – die gesamte Halle ist der Arbeitsraum. Rost, Algen und Muschelbewuchs werden dort entfernt, das zertrümmerte Strahlgut und die Ablagerungen landen auf dem Hallenboden.
In solchen Anwendungen zeigt sich, dass die Anforderungen an die Absaugtechnik weit über die Saugleistung hinausgehen. Schweres, abrasives Material beansprucht Gehäuse, Schläuche und Abscheideeinheit mechanisch erheblich. Ein Sauger, der für diesen Einsatz ausgelegt ist, muss nicht nur leistungsfähig sein – er muss dauerhaft standhaft bleiben. Oft wird angenommen, dass für solche Anwendungen vor allem hohe Saugleistung entscheidend ist. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass mechanische Robustheit und Materialhandling die eigentlichen Erfolgsfaktoren sind.
Was den DA 5150 M für diese Aufgabe geeignet macht
In Strahlgut-Anwendungen dieser Größenordnung sind Systeme erforderlich, die für hohe mechanische Belastungen, große Materialmengen und den Dauerbetrieb ausgelegt sind. Gehäuse, Luftführung und Abscheideeinheit müssen so konstruiert sein, dass auch schweres und abrasives Material dauerhaft sicher aufgenommen werden kann.
Für diese Anwendung setzt das Unternehmen einen RUWAC DA 5150 M ein – ein Gerät, das genau für solche Heavy-Duty-Einsätze entwickelt wurde. Das Gehäuse aus solidem Stahlblech ist auf mechanische Beanspruchungen ausgelegt. Die Saugleistung ist entsprechend dimensioniert, um schweres und abrasives Material sicher aufzunehmen.
Ein wichtiges konstruktives Detail ist die höhenverstellbare Filter- und Abscheideeinheit. Sie ermöglicht es, das Gerät an unterschiedliche Entsorgungsbehälter anzupassen – in diesem Fall an ein stabiles Fass auf Rollwagen, das nach der Befüllung über eine Kippvorrichtung entleert wird. Gerade bei Anwendungen, in denen nach jedem Strahlvorgang größere Mengen anfallen, ist diese Flexibilität kein Komfortmerkmal, sondern eine Voraussetzung für einen effizienten Betriebsablauf.
Der Antrieb erfolgt über einen Seitenkanalverdichter mit Direktantrieb – eine Bauweise, die Energieeffizienz begünstigt und wartungsarm im Dauerbetrieb arbeitet. Die Filtereinheit ist auf Staubklasse M ausgelegt und hält neben dem Strahlgut auch feinere Stäube zurück, die beim Aufprall entstehen.
Mehr als ein Standort: Anbindung mehrerer Hallen
Eine weitere Anforderung in dieser Anwendung: Die Anlage ist nicht auf eine einzige Staubquelle ausgerichtet. Über separate Schläuche ist der DA 5150 M auch mit Schmutz- und Staubquellen in anderen Hallen des Unternehmens verbunden. Die zentrale Absauganlage übernimmt damit mehrere Aufgaben gleichzeitig – ein Prinzip, das in industriellen Umgebungen mit verteilten Quellen die wirtschaftlich sinnvollere Lösung ist als mehrere Einzelgeräte.
Ergänzt wird das System durch einen robusten Vorabscheider, der den Hauptanteil des schweren Strahlguts aufnimmt, bevor es die Filtereinheit erreicht – und damit Filterstandzeiten verlängert und den Wartungsaufwand reduziert.
Was diese Anwendung zeigt
In der Absaugtechnik wird Leistung oft in Saugvolumen oder Unterdruck gemessen. In diesem Fall kommt es jedoch nicht auf die maximale Saugleistung an, sondernauf die Fähigkeit des Systems, schwere Materialien dauerhaft zu handhaben und prozessgerecht zu entsorgen.
Entscheidend ist in solchen Fällen die Kombination aus mechanischer Robustheit, Entsorgungskapazität und der Fähigkeit, das System an die räumliche Situation anzupassen – höhenverstellbar, mehrhallenübergreifend, mit vorgeschaltetem Abscheider. In der Praxis zeigt sich: Ein Absaugsystem für schweres, abrasives Material muss als Gesamtkonzept gedacht werden, nicht als leistungsstarkes Einzelgerät.
Einordnung
Anwendungen wie diese verdeutlichen, dass die Auslegung eines Absaugsystems immer von der realen Prozesssituation, nicht von der Geräteleistung, ausgehen muss: Welches Material fällt an, in welcher Menge, unter welchen räumlichen Bedingungen – und wie soll es entsorgt werden?
In solchen Fällen zeigt sich, dass die richtige Systemarchitektur mehr leistet als ein maximiertes Einzelgerät. RUWAC hat den DA 5150 M für genau dieses Anforderungsprofil entwickelt – und ergänzt ihn mit Vorabscheidern und anwendungsspezifischen Entsorgungslösungen, die den Betrieb dauerhaft stabil halten.













